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11 Fragen an Tom Grambusch

Vom Hockeyplatz bis zum Kölschglas: Tom Grambusch ist längst in Köln angekommen. Seit 2013 lebt und spielt der gebürtige Mönchengladbacher in der Domstadt, feierte mit Rot-Weiss Köln zahlreiche Erfolge und wurde mit der deutschen Nationalmannschaft 2023 und 2026 Weltmeister. Als Kapitän trägt er inzwischen noch mehr Verantwortung – auf und neben dem Platz. Im Gespräch erzählt Tom, wann er gemerkt hat, dass er wirklich Kölner geworden ist, was ihm sein Bruder Mats heute in der Nationalmannschaft fehlt, warum nach großen Siegen lange gefeiert wird und weshalb für ihn trotz zahlreicher Titel ein Traum noch offen ist: Olympia-Gold.

Tom, du bist 2013 von Mönchengladbach nach Köln gewechselt. Wann hast du gemerkt: Jetzt bin ich wirklich Kölner?

Als ich außerhalb der Session, weit entfernt von Köln, Karnevalslieder gehört habe und das Wehmut in mir ausgelöst hat.

Ihr seid 2023 und 2026 Weltmeister geworden. Welcher der beiden Titel fühlt sich für dich größer an?

Die Euphorie war nach dem 23er-Titel größer. Der sportliche Erfolg war 2026 größer, da die Mannschaft deutlich unerfahrener und jünger war! Letzten Endes bleibt ein WM-Titel aber immer riesig.

Seit dem Rücktritt deines Bruders Mats führst du die Nationalmannschaft als Kapitän aufs Feld. Was hat sich dadurch für dich verändert?

Das Spotlight auf mich ist dadurch natürlich gestiegen. Das führt dazu, dass ich mir quasikeine Aussetzer auf der emotionalen Ebene mehr erlauben kann. Gleichzeitig habe ich noch größeren Einfluss auf die Mannschaft. Es ist nicht immer ganz leicht für mich, damit umzugehen, weil dieser Einfluss natürlich nicht zwangsläufig positiv sein muss. Insgesamt fühle ich mich aber wohl in der neuen Rolle.

Du hast mehr als zehn Jahre gemeinsam mit Mats in der Nationalmannschaft gespielt. Was fehlt dir heute am meisten, wenn du ohne ihn auf dem Platz stehst?

Seine unerschütterlich positive Stimmung in Situationen, die relativ aussichtslos erschienen. Die Stimmung von Mats war von außen kaum zu unterscheiden – egal, ob es 0:3 oder 3:0 gestanden hat.

Deine Strafecken gehören zu deinen großen Stärken. Was ist dein Geheimnis?

Leider nagt auch an mir der Zahn der Zeit und ich kann die Trainingsumfänge nicht mehr ganz so hochhalten wie vor zehn. Jahren. Letztlich ist die Strafecke aber eine Kombination aus physischen Gegebenheiten, einer extrem hohen Anzahl an Wiederholungen und der emotionalen Fähigkeit unter höchstem Druck abzuliefern.

Weltmeister, Europameister, Olympia-Silber und Olympia-Bronze: Gibt es trotzdem noch einen sportlichen Traum, der ganz oben auf deiner Liste steht?

Ganz klar: Olympia-Gold!

"Der Verein ist seit vielen Jahren die größte Adresse im deutschen Hockey. Es werden dort sehr gute Rahmenbedingungen sowohl für die Leistungsmannschaften als auch im Nachwuchsbereich geschaffen"

Tom Grambusch

Du spielst seit vielen Jahren für Rot-Weiss Köln. Was macht den Verein und Hockey in Köln für dich besonders?

Der Verein ist seit vielen Jahren die größte Adresse im deutschen Hockey. Es werden dort sehr gute Rahmenbedingungen sowohl für die Leistungsmannschaften als auch im Nachwuchsbereich geschaffen, weshalb es ein sehr lebendiger Club mit vielen engagierten Mitgliedern ist. Die Mitgliederanzahl wächst stetig und das Netzwerk, das dort existiert, ist sicherlich einmalig in der deutschen Sportlandschaft.

Nach einem großen Sieg: Bist du eher der Typ ausgelassene Kabine bis tief in die Nacht oder derjenige, der irgendwann still dasitzt und erst einmal begreifen muss, was gerade passiert ist?

Langes, ausgelassenes Feiern! 

Stimme für Köln Tom Grambusch
"Den Titel holt man nicht allein. Das Kölsch danach auch nicht." – Tom Grambusch

Mit „GRMBSHBYS“ hast du gemeinsam mit deinem Bruder eine eigene Hockey-Akademie gegründet. Was möchtest du jungen Spielern mitgeben, was dir selbst am Anfang deiner Karriere geholfen hätte?

Wir haben damals gespürt, dass die Kids einfach viel Bock drauf haben, mit uns gemeinsam auf dem Platz zu stehen. Natürlich wollen sie den ein oder anderen Tipp abgreifen, aber letztlich ging es immer vielmehr darum, die gemeinsame Zeit zu verbringen und Inspiration zu geben. Mats und ich waren ja selbst einmal junge Spieler und deshalb konnten wir uns gut in die Situation hineinversetzen und den jungen Spielerinnen und Spielern eine spannende Zeit bereiten. Inzwischen ist das Projekt aber aus Zeitgründen leider eingeschlafen. 

Studium, Bundesliga, Nationalmannschaft, Akademie: Was machst du, wenn einmal wirklich kein Hockey auf dem Programm steht?

Ich habe das Studium der Betriebswirtschaftslehre absolviert und bin aktuell Sportsoldat bei der Bundeswehr. Wir sind in etwa 120 Tage im Jahr mit der Nationalmannschaft unterwegs und währenddessen meistens nicht in Deutschland. Wenn ich in Köln bin, kommen die Bundesliga und das Training natürlich hinzu. Demnach ist mein Kalender schon relativ voll. Gibt es die Zeit dennoch her, bin ich sehr gerne in Köln unterwegs und lasse mich sowohl tagsüber als auch zu späterer Stunde treiben…

Zum Abschluss natürlich die wichtigste Frage: Mit wem würdest du gerne einmal bei einem Gaffel Kölsch anstoßen und worüber würdet ihr sprechen?

Komme, wer wolle – wir werden gute Themen finden!

Autor
Privatbrauerei Gaffel

Wir, die Privatbrauerei Gaffel, sind ein mittelständisches, familiengeführtes Unternehmen in vierter Generation. Als Produzent der Traditionsmarke Gaffel Kölsch und weiterer rheinischer Spezialitäten sind wir eng mit der Geschichte Kölns verbunden. Wir fühlen uns den sozialen und kulturellen Bereichen der Stadt verpflichtet und berichten hier in regelmäßigen Abständen über Themen, die uns beschäftigen. Prost zesamme.