11 Fragen an Ewa Bogusz-Moore
Mit dem langjährigen Philharmonie-Intendant Louwrens Langevoort war bereits einer der prägenden Köpfe des Kölner Kulturlebens Teil unserer Aktion „Stimme für Köln“. Diese Tradition führt Ewa Bogusz-Moore fort. Die gebürtige Polin ist seit 2025 Intendantin der Kölner Philharmonie und bringt internationale Erfahrung im Kulturmanagement sowie eine große Leidenschaft für Musik und Menschen mit. Als neue „Stimme für Köln“ spricht sie über ihre ersten Eindrücke von der Domstadt, ihre Vision für die Philharmonie und warum für sie „Kunst, Kultur & Kölsch“ hervorragend zusammenpassen.
Sie sind seit einem Jahr in Köln. Was wussten Sie zuvor von der Stadt und was ist Ihr Eindruck jetzt?
Ich war mit der Schule schon einmal in Köln und habe natürlich im Dom eine Kerze angezündet. Damals war ich schon begeistert. Jetzt bin ich hier und weiter begeistert, vor allem von der Offenheit der Menschen.
Die Kölner Philharmonie ist einer der bedeutendsten Konzertsäle Europas. Was möchten Sie hier in den nächsten Jahren bewegen?
Ich möchte das Haus noch offener gestalten. Und zwar doppeldeutig: noch mehr Menschen Zugang zu unserem Angebot verschaffen, aber auch das Haus öffnen, wie wir es z.B. bei der gemeinsamen Jubiläumsfeier mit dem Museum Ludwig im September 2026 machen.
Köln gilt als offen, herzlich und manchmal auch ein bisschen verrückt. Was gefällt Ihnen an der Mentalität der Kölner besonders?
Dass alles erlaubt und alles möglich ist, es gibt keine Schranken im Denken.
Natürlich – Kultur und Kölsch gehören einfach zusammen. Was sie verbindet? Die Lebensfreude.
Ewa Bogusz-Moore
Passen für Sie Kultur und Kölsch zusammen?
Natürlich – Kultur und Kölsch gehören einfach zusammen. Was sie verbindet? Die Lebensfreude. Kölsche Töne erklingen ja immer wieder bei uns im Saal. Und das Kölsch, das man nach dem Konzert genießen kann, ist weltweit legendär.

Haben Sie abseits der Philharmonie inzwischen einen Lieblingsort in Köln?
Das Freibad am Stadion ist für mich ein ganz besonderer Ort. Ich liebe Schwimmen und genieße es immer sehr, dort meine Bahnen zu ziehen.
Musik verbindet Menschen über alle Grenzen hinweg. Welche Rolle spielt Kultur für das Zusammenleben in einer Stadt wie Köln?
Hier in Köln leben viele verschiedene Nationalitäten, das macht ja auch die Kultur hier aus. Wir führen diese z.B. an unserem Community Day am 3. Oktober zusammen. Gemeinsames Musizieren und auch gemeinsames Singen in unterschiedlichsten Sprachen verbindet unmittelbar.
Was überrascht Sie an Köln bis heute am meisten?
Dass es eine Großstadt ist – mit all den Vorteilen, die das mit sich bringt – und man sich trotzdem überall mit dem Fahrrad bewegen und fast jedes Stadtviertel in 20 Minuten erreichen kann. Das finde ich super.
Gibt es bereits einen besonderen Moment in Ihrer bisherigen Zeit als Intendantin?
Ich freue mich, dass meine neuen Angebote so offen und begeistert angenommen werden: Der Zuspruch zum ersten Kölner Familienfestival im Frühsommer war wunderbar und für mich persönlich bewegend. Das ist bei der Offenheit der Menschen hier aber eigentlich keine Überraschung.
Gibt es ein Konzert oder einen musikalischen Moment, der Sie selbst nachhaltig geprägt hat?
Viele Konzerte hier in der Kölner Philharmonie haben mich geprägt. Die Akustik ist einfach legendär. Künstler*innen und Orchester, die ich schon in anderen Konzertsälen gehört habe, klingen hier einfach anders. Man hört alles ganz klar und deutlich.
Was macht Köln für Sie lebenswert?
Dass es hier viel Grün gibt und jedes Veedel etwas Besonderes hat.
Was darf für einen perfekten Abend in Köln auf keinen Fall fehlen?
Ein Kölsch nach dem Konzert.