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11 Fragen an „ZWEI KÖLSCH“

Zehn Jahre ZWEI KÖLSCH – zehn Jahre Emotion, Haltung und Herzblut für den FC. Was als spontane Idee zweier Freunde begann, ist längst fester Bestandteil der kölschen Fußballkultur geworden: pointierte Motto-Shirts, klare Worte am Spielfeldrand, legendäre Fan-Pressekonferenzen und unzählige gemeinsame Momente zwischen Hoffnung, Euphorie und Leidensfähigkeit. ZWEI KÖLSCH stehen wie kaum jemand sonst für das Lebensgefühl rund um den 1. FC Köln – ehrlich, leidenschaftlich, humorvoll und immer nah an den Menschen.

Seit der ersten Stunde ist Gaffel an ihrer Seite. Ob im Stadion, auf Auswärtsfahrt oder im Gaffel am Dom: Kölsch, FC und ZWEI KÖLSCH gehören einfach zusammen. Zum zehnjährigen Jubiläum blicken Thomas und Michael zurück auf bewegende Geschichten, besondere Sprüche, unvergessene Spiele und erklären, warum Auf und Ab beim FC zwar wehtun können – aber niemals den Durst nehmen.

Im 11-Fragen-Interview sprechen sie über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von ZWEI KÖLSCH, über Freundschaft, Fankultur und die unerschütterliche Liebe zum FC. Ein Gespräch mit Tränen im Auge, einem Augenzwinkern – und natürlich einem Kölsch in der Hand. 🍺

Ihr feiert jetzt 10 Jahre „ZWEI KÖLSCH“ – wie blickt ihr auf diese Zeit zurück?

Thomas: Mit Träne in d‘r Auge.

Michael: Ganz im Gegenteil. Wir hatten eine supergeile Zeit, aber es wird immer noch besser! Mit ZWEI KÖLSCH haben wir unser Lieblingshobby FC nochmal neu zum Hobby gemacht. Wir haben dabei das unglaubliche Privileg, immer am Puls des Vereins und der FC-Fans sein zu dürfen. Die Emotionen, die wir mit Tausenden anderer FC-Fans Woche für Woche erleben, sind kaum in Worte zu fassen und treiben uns an, die Geschichte ZWEI KÖLSCH noch lange weiterzuerzählen.

Gaffel war von Anfang an dabei. Was verbindet euch mit unserer Brauerei ganz besonders?

Michael: Ganz viele schöne Abende in allen möglichen Kneipen von Köln! Für einen gebürtigen Kölner gehört Gaffel zum ganz normalen Leben einfach dazu, und gerade im FC-Umfeld oder im Karneval kommt man ja ständig mit der Marke in Berührung. Seit wir mit ZWEI KÖLSCH die Partnerschaft mit der Brauerei haben, ist die Verbindung natürlich noch enger und emotionaler geworden. Das Gaffel am Dom wurde zum geliebten Wohnzimmer, das Kölsch ist ständig um uns herum und für viele sind wir zu waschechten Gaffel-Gesichtern geworden. Für mich als leidenschaftlichen Kölsch-Trinker ist es toll, so nah an dieser Marke dran zu sein, und für einen kölschen Jung gibt es doch nichts Schöneres, als einen eigenen Bierdeckel zu haben, den man mal eben auf die Theke schmeißen kann.

Thomas: Ich habe tatsächlich eine ganz persönliche Verbindung. Ich habe mal mit meinem Vater – das muss locker 40 Jahre her sein – Gaffel-Kronkorken gesammelt, um ein paar spezielle Gaffel-Kölschstangen zu kriegen. Das war damals eine Aktion und mein Vater fand die Gläser super. Also haben wir die Aktivitäten in der Kellerbar meiner Eltern über einen längeren Zeitraum etwas erhöht. Bis wir dann mit einem Sack abgezählter Kronkorken zu Gaffel sind – das war damals noch auf dem Eigelstein. Die Gläser bekamen dann einen Ehrenplatz in der Bar. Und die Geschichte hat einen Ehrenplatz in meinen Vater-Sohn-Storys. Viele Jahre später, als mein Vater längst sehr krank war, hat er mit uns im Gaffel am Dom Fußball geschaut und das ZWEI KÖLSCH-Bild über „unserem“ Tisch gesehen. Da bekam er leicht feuchte Augen.

Eure Motto-Shirts sind Kult. Wie entstehen die Sprüche – spontan, oder tüftelt ihr lange daran?

Michael: Die Mottos entstehen immer aus der echten eigenen Gefühlslage heraus. Sie sind geprägt von Erlebnissen, Emotionen und Einschätzungen – dazu sind sie immer brandaktuell. Es wäre niemals möglich, Sprüche im Voraus zu texten! Die Gefahr wäre viel zu groß, dass ein aktuelles Ereignis alles über den Haufen werfen könnte. Dazu versuchen wir, den nötigen Humor nie zu kurz kommen zu lassen und immer ein Augenzwinkern einzubauen – selbst wenn wir mal kritisch oder unzufrieden sind. Wir möchten Menschen unterhalten und dazu die Vielfältigkeit unseres großartigen Vereins um ein Mosaiksteinchen erweitern. Häufig kriegen wir das Feedback, dass wir vielen FC-Fans aus dem Herzen sprechen und die kölsche Fanseele ziemlich gut erreichen. Das motiviert uns extrem und macht uns wirklich glücklich.

Thomas: Meistens geht es mittlerweile schnell, weil wir gut eingespielt sind. Aber manchmal ist auch der Wurm drin. Zum Beispiel, wenn die Lage oder der Gegner nichts hergeben. Mittelmaß ist schlecht fürs Motto. Soll aber nicht heißen, dass wir uns auf Krisen freuen. Die liefern zwar Stoff für gute Sprüche – aber wir wägen auch immer ab zwischen berechtigter Kritik und zu viel Unruhe. Wir geben, wenn wir am Spielfeldrand stehen, ja auch eine Botschaft an die Spieler ab. Da muss man manchmal schon länger überlegen, was man sagen kann und will.

Welcher eurer Sprüche ist euch selbst am meisten in Erinnerung geblieben?

Michael: Ich mag die Mottos gegen Leverkusen oder Gladbach. Gegen die Pillen hatten wir mal WIR MODESTE – IHR MONSANTO oder auch BAKU WINKT – BAYER STINKT. Vor dem Derby gegen Gladbach haben wir uns auf einen Acker gestellt mit den Shirts RÜBEN SCHLAGEN – RUHM ERNTEN. Das sind schon Evergreens und ich kann da auch heute noch leidenschaftlich drüber schmunzeln.

Thomas: Liberté Alaaf you – Tore statt Terror. Das war nach den Attentaten in Paris. Es wurde vor Menschenansammlungen gewarnt und im Stadion hatte man ein mulmiges Gefühl. Wir wollten ein Zeichen setzen, hatten aber im Traum nicht erwartet, dass die Resonanz so groß ist. Tagesthemen, Süddeutsche Zeitung – diese Größenordnung war das. Ein Freund aus Dubai rief an; er hat uns auf „Al Jazeera“ gesehen. 

Die legendären Fan-Pressekonferenzen: Wie kam es zu der Idee – und wie ist die Resonanz heute?

Michael: Tja, wie ist es dazu gekommen? Es kann sich wahrscheinlich jeder denken, was abgeht, wenn man das nächste Motto sucht. Da werden so viele Themen gewälzt! Wir reden uns die Köppe heiß. Leider kann man das nicht alles auf die Shirts schreiben. Also haben wir überlegt, wie wir die FC-Fans an all den verrückten Ideen und witzigen Geschichten teilhaben lassen können, die hinter den Mottos stehen. Schwupp – war die PK geboren!

Thomas: Man muss sagen, dass sich das Format mit den Jahren sehr entwickelt hat. Genau wie die Resonanz. Ich finde es immer noch unglaublich, dass das alles echte Menschen sind, die da liken, folgen und abonnieren. Man merkt das erst richtig, wenn wir am Stadion oder auf Tour angesprochen werden und ins Gespräch kommen. Das ist richtig schön.

Gibt es eine Geschichte aus den letzten Jahren, die ihr nie vergessen werdet?

Michael: Da fällt mir spontan der Moment ein, in dem ich in Junkersdorf fast vom Gladbach-Bus überfahren wurde! Wir hatten das Derby in Müngersdorf gewonnen und feierten ausgiebig im Birkenhof am Kranz. Als ich den vom Stadion kommenden Bus sah, sprang ich raus auf die Straße und präsentierte stolz unser Derbysieger-Shirt! Der Fahrer machte am Kreisverkehr allerdings keine Anstalten, mir irgendwie auszuweichen, und so musste ich mich mit einem gekonnten Sprung in Sicherheit bringen. Die Visagen der Spieler im Bus waren den kleinen Schreckmoment allemal wert und der Abend sollte noch lang und ziemlich feuchtfröhlich werden. Ein schönes Foto von der Aktion gibt es natürlich auch.

Thomas: Nicht eine, dutzende! Die Auswärtstour nach Sandhausen war legendär. Erst hatten wir einen Ordner, der aussah wie Putin. Dann haben wir für die anschließende PK nach dem Spiel Interviews gemacht und der Typ, der am besten gesprochen hat, meldete sich am nächsten Tag und bat uns, das Material nicht zu nutzen. Er hatte seiner Freundin erzählt, er sei krank, um zum Spiel zu können. Dann sind wir in Sandhausen rumgeirrt und plötzlich stehen wir vor einem riesigen Gaffel-Schild. In Sandhausen! Unfassbar. Die Wirtin hieß Marie und der Laden war proppenvoll. 

Bei Auswärtsspielen seid ihr oft im Gaffel am Dom. Was macht das Gastro-Viewing dort für euch so besonders?

Michael: Es fängt damit an, dass wir unseren eigenen Tisch haben. Wer kann das schon von sich sagen – und das in der ersten Adresse der Stadt direkt am Hauptbahnhof und Dom. In der Schwemme direkt hinter dem Haupteingang FC zu gucken, ist jedes Mal ein sensationelles Erlebnis, und nach so langer Zeit kennt man natürlich Gott und die Welt und kann zusammen mit vielen Freunden die Emotionen rund um unseren geliebten FC erleben. Besonders nach Siegen bleiben wir dann gerne noch ziemlich lange hängen und feiern den FC und das Leben.

Thomas: Durch die prominente Lage hast du eine Mischung aus FC-Dauergästen, Touris aus aller Welt und manchmal auch Fans anderer Vereine, die auf der Durchreise sind, oder zum Beispiel bei der Viktoria spielen. Es ist so bunt und weltoffen. Überhaupt nicht eingefahren. Das Gaffel am Dom ist ein Treffpunkt mit Erlebnisgarantie.  

Stimmt es, dass ihr mittlerweile die Lieblinge der Köbesse seid?

Michael: Das müsst ihr die Köbesse fragen. Wir können nur sagen: Umgekehrt stimmt das auf jeden Fall. Weil das Gaffel am Dom die liebenswertesten, besten, beklopptesten und fähigsten Köbesse des Universums hat. Und das ist noch untertrieben.

Thomas: Die sind wie Familie. Du kennst deine Pappenheimer und sie kennen dich, jeder kriegt einen dummen Spruch und am Ende hast du ein, zwei Kölsch zu viel intus und freust dich auf das nächste Mal.

Wenn ihr an die vielen FC-Momente denkt, welches Spiel war euer absolutes Highlight?

Michael: Die Derbysiege in Gladbach. 2016 das 2:1 mit dem überragenden Siegtreffer von Marcel Risse in der Nachspielzeit war schon der Knaller. Aber noch legendärer war für mich der 3:1 Auswärtssieg in Gladbach, bei dem wir sie wirklich gedemütigt haben in der ersten Halbzeit. Wir führten 3:0 nach 45 Minuten und haben für mich die beste Leistung überhaupt in einem Bundesligaspiel gezeigt. Den Derbysieg haben wir in der zweiten Halbzeit locker nach Hause gespielt und den Abend dann noch sehr ausgiebig gefeiert. 

Thomas: London. Die ganze Fahrt war großartig. Die geile Stimmung bei der Busfahrt mit „Schlüter-Reisen“. Die ganze Stadt war rot-weiß. Überall bekannte Gesichter. Dann die ungläubigen Gesichter der Arsenal-Fans, als wir ihr Stadion mit Kölschen geflutet haben. Das unglaubliche Führungstor von Cordoba gefühlt von der Mittellinie aus. Das war grandios. Auf der Rückfahrt hat Michael auf der Fähre die FC-Fahne gehisst. Das war ein Husarenstück! Die Crew hat es mit Humor genommen. Wenn das kein Highlight war, weiß ich es nicht. 

Zum Jubiläum gibt es den Spruch „Auf und ab und wir trinken trotzdem Bier“ als limitiertes Gaffel-Shirt. Was steckt hinter diesem Motto?

Michael: Hinter diesem Motto steckt vor allem eine gute Portion kölsche „Leck-ens-am-Arsch-Lebensfreude“. Jeder Kölsche weiß, wie oft wir unten waren! Ist das ein Grund, die Hoffnung aufzugeben oder das Kölschtrinken?! Never! Mit uns nicht.

Thomas: Wir sind alt und haben schlechte Ohren. Hat die Südkurve das früher nicht immer gesungen?

Was dürfen die FC-Fans in den nächsten zehn Jahren von „ZWEI KÖLSCH“ erwarten?

Michael: Immer was Neues. Aber immer 100 Prozent Leidenschaft! Wir machen jede Saison eine Kleinigkeit anders als vorher. Zuletzt waren es unsere Extremwetter, mit denen wir viel Spaß hatten. Es gibt noch einen Haufen Ideen in der Schublade – mal sehen, was wir davon umsetzen. 

Thomas: Eines kann man auf jeden Fall erwarten: Wir bleiben, um es mit BAP zu sagen: „Jraaduss“. Wir sagen, was wir denken, machen, worauf wir Bock haben, bleiben unabhängig. 

Autor
Privatbrauerei Gaffel

Wir, die Privatbrauerei Gaffel, sind ein mittelständisches, familiengeführtes Unternehmen in vierter Generation. Als Produzent der Traditionsmarke Gaffel Kölsch und weiterer rheinischer Spezialitäten sind wir eng mit der Geschichte Kölns verbunden. Wir fühlen uns den sozialen und kulturellen Bereichen der Stadt verpflichtet und berichten hier in regelmäßigen Abständen über Themen, die uns beschäftigen. Prost zesamme.