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11 Fragen an Mirja Boes über Deine Sitzung und den Karneval

Die Vorbereitungen zu „Deine Sitzung“ mit Mirja Boes als Präsidentin laufen auf Hochtouren. Nichtsdestotrotz hat sie sich die Zeit genommen, an unserem „11 Fragen an…“ Format teilzunehmen. Hierfür durften wir sie im Bürgerhaus Stollwerck bei den Proben für „Das Mett der 20er“ besuchen und haben mit Mirja über den Karneval in Köln, gute und schlechte Kostüme und ihre musikalischen Vorlieben gesprochen.

Für alle die, die „Deine Sitzung“ noch nicht kennen: erzähle uns in drei Sätzen, warum jede Karnevalistin und jeder Karnevalist mindestens einmal dabei gewesen sein muss.

„Deine Sitzung“ macht einfach wahnsinnig gute Laune. Es ist alternativer Karneval, der trotzdem Karneval feiert.

Wann findet „Deine Sitzung“ statt und gibt es noch Karten?

Am 13. Januar feiern wir Premiere im Brunosaal. Ab dann findet „Deine Sitzung“ insgesamt neunmal statt. Manche Termine sind schon ausverkauft, aber es gibt noch Karten für einige Termine.

Die diesjährige Ausgabe steht unter dem Motto „Das Mett der 20er“: Was können wir erwarten?

Ihr könnt eine Reise in die Vergangenheit erwarten, weil wir bei der Recherche zu dieser Sitzung festgestellt haben, dass es die Sitzung eigentlich auch schon seit den 1920er-Jahren gibt. Ich selbst bin Gründungsmitglied in den 1920er-Jahren gewesen und das sieht man auch. Wir reisen durch die Zeit – mit dem Mett und allem was dazugehört.

Was macht für dich die Faszination am Karneval aus?

Es ist genau das, was vielleicht viele andere Leute abschreckt. Wo dieser Hebel einfach umgeschaltet wird, wenn die Karnevalszeit anfängt und man die Chance bekommt, seine Sorgen nach hinten anzustellen. Zu sagen: Ich feier‘ heute mal und lass mal fünfe gerade sein und kann mir morgen dann immer noch Gedanken machen. Die Probleme gehen zwar nicht weg, aber sie werden verdrängt von Fröhlichkeit.

Und jetzt zu dir: wie sieht für dich ein typischer Tag im Karneval aus?

Die Kinder, die noch klein sind, sind outgesourct bei Oma oder anderen Verwandten und haben da Spaß. Man schläft aus und kostümiert sich (wieder), entweder mit dem alten Kostüm von gestern oder einem neuen. Fast jeder Tag fängt dann auch mittags mit einem Mettbrötchen an und natürlich auch ein Kölsch dazu und dann geht’s rund!

Du bist seit vielen Jahren auf den Bühnen des Landes unterwegs, gab es einen Moment oder Auftritt, der dir ganz besonders im Gedächtnis geblieben ist?

Das hört sich jetzt vielleicht doof an, denn es gibt sehr viele besondere Momente, weil jeder Tag speziell ist, aber es war tatsächlich der erste Auftritt bei „Deine Sitzung“. Als ich realisiert habe, dass ich wirklich Präsidentin bin. Man steht hinten auf der Bühne, man darf die ganze Zeit drauf bleiben. Damals sagten Olaf Bürger und Ebasa zu mir: „Du kannst auch mal runtergehen und Pipi machen zwischendurch.“ Aber nein, ich bin geblieben, weil es einfach so besonders war. Und darum bin ich auch bis heute dabei.

Du darfst dir das Line-up einer Sitzung frei aussuchen: Welche Bands, Rednerinnen und Redner oder Tanzgruppen müssen auf jeden Fall dabei sein?

Zuerst einmal sollte natürlich das Orchester der Liebe dabei sein. Wenn man sich bei Rednern dann typische Karnevalisten raussuchen würde, dann wär es definitiv Marc Metzger und Brings reißt dann die Bude auseinander. Ich nenne sie liebevoll die Paffeier, sprich die Paveier kommen natürlich auch und zum großen Finale kommt dann aber auch wieder das Orchester der Liebe, weil sie sind mein wahres Herz.

Über welche Kostümierung würdest du dich diese Session am meisten freuen und welche Kostüme sollten lieber im Schrank bleiben?

Ich würde total gerne möglichst wenig Coronaviren auf der Straße sehen und ich bin politisch sehr gerne sehr unkorrekt, aber auch Krankenschwestern, Krankenpfleger und Ärzte, die so eine harte Zeit durchmachen. Ich würde das gerne für diese Tage einfach mal ausblenden. Ich befürchte, dass das nicht funktionieren wird, aber ich persönlich wünsche mir absurde, bescheuerte Kostüme. Ich freue mich immer über Menschen, die sich trauen sich total schäbig und albern zu verkleiden, wo man einfach sagt: Das ist nicht schön, aber toll!

11 Fragen an Mirja Boes

Mein großer Tipp für Karneval: Wenn du in einer Kneipe drin bist, wo es dir gefällt: nicht verlassen! Das ist die bescheuertste Idee mit 20 Leuten an Karneval.

Mirja Boes

Jemand, der nicht aus Köln kommt, möchte zum ersten Mal den Kölner Karneval erleben. Welche Kneipen, Sitzungen, Events, Züge, darf er oder sie definitiv nicht verpassen?

Ein Besuch bei „Deine Sitzung“ ist natürlich ein Muss, denn es ist ein sanfter Einstieg. Man sitzt eben nicht neun Stunden auf seinem Platz und steht auf und setzt sich wieder hin. Es ist einfach eher die Karnevalsparty in Form einer Sitzung und das macht einfach sehr viel Spaß. Wenn möglich, schnappt man sich am besten ein paar Kölnerinnen Kölner und zieht mit ihnen gemeinsam los. Gehe dahin, wo kölsche Musik gespielt wird und gröhle mit.

Mein großer Tipp für Karneval: Wenn du in einer Kneipe drin bist, wo es dir gefällt: nicht verlassen! Das ist die bescheuertste Idee mit 20 Leuten an Karneval.

Deine Neuentdeckung im Karneval?

Die gibt es jetzt zwar schon etwas länger, aber ich würde definitiv sagen Planschemalöör. Ich war kürzlich noch auf einem ganz normalen Gig und bin mir sicher, dass mit ihnen noch einiges passieren wird! Die reißen einfach die Bude ab.

Zum Abschluss noch eine Frage: Vorm Auftritt Kölsch oder doch lieber Ingwer Tee?

Kölsch! Natürlich je nachdem wie viel Uhr es ist, aber eigentlich immer Kölsch.

Danke für deine Zeit, Mirja! Wir wünschen dir eine unvergessliche Sitzung!

Mirja Boes nach den Proben für "Deine Sitzung" im Bürgerhaus Stellwerk

Wir sind in jedem Fall mehr als bereit für die nächste „Deine Sitzung„! Auch wir können euch aus erster Hand versichern, es ist keine Standard-Sitzung, sondern etwas ganz Besonderes, und man muss mindestens einmal im Leben dabei gewesen sein!

Wenn euch das „11 Fragen an…“ Format gefällt, dann schaut doch gerne mal in die weiteren Interviews rein und schickt uns per Instagram oder Facebook gerne Vorschläge, wen wir als Nächstes interviewen sollen.

Prost zesamme!

Hinweis: Wir haben das Interview mit Mirja Boes bereits Ende 2021 geführt. Wenige Tage später wurde erst klar, dass der Sitzungskarneval 2022 aufgrund der Pandemie nicht stattfinden wird.

Autor
Privatbrauerei Gaffel

Wir, die Privatbrauerei Gaffel, sind ein mittelständisches, familiengeführtes Unternehmen in vierter Generation. Als Produzent der Traditionsmarke Gaffel Kölsch und weiterer rheinischer Spezialitäten sind wir eng mit der Geschichte Kölns verbunden. Wir fühlen uns den sozialen und kulturellen Bereichen der Stadt verpflichtet und berichten hier in regelmäßigen Abständen über Themen, die uns beschäftigen. Prost zesamme.